


Gstanzln stammen aus dem Raum Westösterreich und Südbayern und sind meist vierzeilige Reime im Drei-Viertel-Takt, die früher in geselliger Runde als Spaß- oder Spottgesang vorgetragen wurden.
Das Wort „Gstanzl“ leitet sich wahrscheinlich vom Italienischen „la stanza“ (die Strophe) ab. Die Stanze ist die herrschende Strophenform der klassischen italienischen Epik, die sich in der romanischen Sprache in Dramatik und Lyrik durchsetzte.
In der jeweiligen Mundart verfasste Gstanzln erklingen oft aus dem Stehgreif und wirken ungekünstelt und grob. Gute Gstanzlsänger können stundenlang Gstanzln vortragen, ohne sich zu wiederholen.
Die ehemalige Bedeutung als Unterhaltung, Konfliktaustragung und Liebeswerbung, die besonders im Innviertel verankert ist, haben die Gstanzln heute weitgehend verloren. Vor allem in Oberösterreich ist das Gstanzlsingen auch eng mit dem Paschen verbunden.
Gstanzln wurden oft von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Sie werden aber auch heute neu „erfunden“, um aktuelle und politische Begebenheiten scherzhaft zu kommentieren. Waren es traditionellerweise nur Männer oder Burschen, die sich im Gstanzlsingen betätigten, begeistern sich heute immer wieder auch Frauen dafür.